Wir sind Stockhausen

We keep things dry. Schon seit über 40 Jahren.

Wir sind ein weltweit tätiger Hersteller von Superabsorbern. Unsere Produkte sorgen dafür, dass Babys und Erwachsene überall auf der Welt trocken bleiben.

Superabsorber kommen in Hygieneprodukten zum Einsatz, von Babywindeln über Menstruationsprodukte bis hin zu Inkontinenzlösungen. Sie begleiten Menschen durch alle Lebensphasen, von der Kindheit bis ins hohe Alter.

Doch ihre Einsatzmöglichkeiten gehen darüber hinaus. Unsere Superabsorber werden auch in der Landwirtschaft und in der Industrie genutzt, überall dort, wo Feuchtigkeit zuverlässig gebunden werden muss.

Die Basis unserer Technologie ist Acrylsäure. Wir produzieren sie für unsere eigenen Superabsorber und bieten sie auch extern an.

Seit 2024 sind wir Teil der ICIG.

Folgt uns auf LinkedIn und erfahrt mehr über unsere Produkte, unser Unternehmen und die Menschen dahinter.

Unsere Geschichte beginnt in Krefeld, der Stadt wie Samt unds Seide

Von der Seifenfabrik zum Chemieunternehmen

Unsere Wurzeln liegen im Jahr 1873. Damals wurde am südlichen Stadtrand von Krefeld eine kleine Seifenfabrik gegründet. Mit dabei: der Seifensieder Philipp Traiser. 1879 kam Julius Stockhausen als Prokurist dazu. Nur ein Jahr später, am 1. November 1880, gründeten beide gemeinsam die „Crefelder Seifenfabrik Stockhausen & Traiser“. Produziert wurden Seifen für die Krefelder Textilindustrie.

Nach dem Tod von Traiser im Jahr 1882 übernahm Julius Stockhausen die vollständige Leitung. Er entwickelte das Geschäft konsequent weiter. Ein Meilenstein: die „Marseiller Seife“, die ab 1884 zum wichtigsten Produkt wurde. Sie kam vor allem in der Seiden- und Wollverarbeitung zum Einsatz. Durch kontinuierliche Verbesserungen und enge Zusammenarbeit mit Kunden setzte Stockhausen früh neue Qualitätsstandards.

Erste Innovationen und der Weg zur chemischen Spezialisierung

Werk Krefeld auf dem Bäkerpfad

1896 ließ sich Julius Stockhausen ein Verfahren für eine gelatineartige Seife patentieren. Daraus entstand die erfolgreiche „Monopolseife“, die auch in der Lederindustrie eingesetzt wurde. In den folgenden Jahren entwickelte das Unternehmen weitere chemische Hilfsmittel, darunter „Tetrapol“ im Jahr 1904 sowie „Terpinopol“ und „Tetralix“ bis 1912. Aus den Anfangsbuchstaben dieser Produkte entstand das bekannte „Triple-T“, das bis 2001 als Firmenzeichen von Stockhausen & Cie. verwendet wurde. 

1909 wurde auf Basis von Tetrapol die Fettlöserseife „Verapol“ entwickelt, die insbesondere bei fetthaltigem Schmutz und Blutflecken sehr wirksam war und vor allem in Wäschereien und Krankenhäusern eingesetzt wurde. Gleichzeitig entstanden Benzinseifen, die die chemische Reinigung deutlich verbesserten, den Reinigungseffekt erhöhten und die Brandgefahr reduzierten.

Partnerschaften, Wachstum und neue Strukturen

1907 begann die Zusammenarbeit mit Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co., die über Jahrzehnte bestand. Bayer übernahm den internationalen Vertrieb und beteiligte sich am Unternehmen. Im selben Jahr wurde am Bäkerpfad in Krefeld ein zweites Werk errichtet. 1912 wurde dieses als „Chemische Fabrik Stockhausen & Cie.“ verselbständigt. Die Leitung übernahm Hans Stockhausen, der das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1951 führte.

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit IG Farbenindustrie AG im Jahr 1945 baute Stockhausen ab 1947 eine eigene internationale Vertriebsorganisation auf.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich auch die Eigentümerstruktur weiter. 1951 ging eine Beteiligung wieder an Bayer AG über. 1991 übernahm die Hüls AG diese Beteiligung sowie Anteile der Gründerfamilie, bevor sie 1996 das Unternehmen vollständig übernahm.

Neue Produkte und neue Anwendungsfelder

Parallel dazu wuchs das Produktportfolio kontinuierlich. 1927 wurde „Praestabitöl V“ patentiert, das sich durch hohe Beständigkeit gegenüber Elektrolyten, Säuren und Laugen auszeichnete und in verschiedenen Industrien eingesetzt wurde. 1934 brachte Stockhausen mit „Praecutan“ ein seifenfreies, schwach saures Hautreinigungsmittel auf den Markt, das dermatologisch getestet war und neue Maßstäbe in der Hautreinigung setzte. Daraus entwickelte sich später der Hautschutzbereich „STOKO Skin Care“. Diese Linie war in der Industrie und bei Bergleuten unter Tage sehr beliebt.

Neustart und Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Geschäftsbetrieb neu organisiert. In dieser Phase entstanden unter anderem das Schaumbekämpfungsmittel „Antispumin“ sowie das Flockungshilfsmittel „Praestol“, das bis heute in der Wasseraufbereitung, im Bergbau sowie in der Papier- und Erdölindustrie eingesetzt wird. Zwischen 1952 und 1962 verdreifachte sich der Umsatz des Unternehmens. Der Standort Krefeld wurde kontinuierlich erweitert und erreichte 1980 seine heutige Größe.

Internationalisierung und strategische Neuausrichtung

Werk Krefeld, Bäkerpfad

1979 expandierte Stockhausen in die USA und nahm in Greensboro, North Carolina, eine eigene Produktion auf. 1980 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt und organisatorisch neu ausgerichtet. In den folgenden Jahren wurden einzelne Geschäftsbereiche gezielt weiterentwickelt oder veräußert. 1993 kam der Bereich Superabsorber hinzu. Der Lederbereich wurde 1996 ausgegliedert, der Textilbereich 2002 an die Bozzetto GmbH verkauft und der Bereich Wasserbehandlung 2006 an die Ashland Corp. abgegeben, die heute unter dem Namen Solenis Technologies Germany GmbH am Standort Krefeld geführt wird.

Durchbruch mit Superabsorbern

Ein entscheidender Wachstumstreiber wurde der Bereich Superabsorber. Seit 1976 wurde in Krefeld an diesen Materialien geforscht, die Flüssigkeit aufnehmen und in Gel umwandeln. Grundlage ist vor allem Acrylsäure.

1985 entwickelte Stockhausen ein Verfahren zur Herstellung des besonders leistungsfähigen Superabsorbers FAVOR®, der unter anderem in Babywindeln, Hygieneprodukten, der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. 1986 ging die erste Großproduktionsanlage in Krefeld in Betrieb, weitere Anlagen folgten in Krefeld und Greensboro.

1998 wurde eine Produktionsanlage in Garyville, Louisiana, erworben. 2006 übernahm Stockhausen zusätzlich das Superabsorber-Geschäft der Dow Chemical Company, wodurch weitere Produktionskapazitäten, unter anderem in Rheinmünster, hinzukamen. Bereits 1998 hatte das Unternehmen in Marl eine Anlage zur Herstellung von Acrylsäure übernommen und produziert seitdem den wichtigsten Rohstoff für Superabsorber selbst. 2001 wurde diese Aktivität in ein Joint Venture mit der Rohm & Haas Company eingebracht und weiter ausgebaut.

Der Superabsorber-Bereich entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer weltweit führenden Position. Mit der Gründung von Evonik Industries im Jahr 2007 wurde Stockhausen Teil des Konzerns.

Neues Kapitel mit neuem Eigentümer

Seit dem 1. September 2024 gehört Stockhausen zur der International Chemical Investors Group (ICIG). ICIG ist eine private Holdinggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf die Bereiche Pharma und Chemie spezialisiert hat. Mit dem Eigentümerwechsel wurde auch der traditionsreiche Name wieder eingeführt. Er steht heute für die Verbindung aus gewachsener Erfahrung und klarer Zukunftsausrichtung.